Sie haben Gold zu Hause – sei es altes Familienerbe, nicht mehr getragener Schmuck oder eine langfristige Anlage – und überlegen nun, es zu verkaufen. Doch wo fängt man an? Wie vermeidet man Fehler? Und vor allem: Wie erzielt man den besten Preis? In diesem umfassenden Leitfaden nehmen wir Sie an die Hand und führen Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess des Goldverkaufs in Deutschland.

1. Schritt: Das Gold bewerten – Was habe ich eigentlich?
Bevor Sie zum Verkauf übergehen, müssen Sie genau wissen, was Sie in Händen halten.
a) Reinheit bestimmen
Schauen Sie auf die Punze (Stempel) auf Ihrem Goldstück:
- 333 = 8 Karat (33,3% Gold)
- 585 = 14 Karat (58,5% Gold)
- 750 = 18 Karat (75,0% Gold)
- 999 = 24 Karat (99,9% Gold – reines Feingold)
b) Gewicht ermitteln
Wiegen Sie Ihr Gold mit einer Präzisionswaage. Wichtig: Das Gewicht wird in Gramm angegeben, der Preis jedoch meist pro Feinunze (31,1g).
c) Aktuellen Goldpreis checken
Der Goldpreis schwankt täglich. Aktuelle Referenzwerte finden Sie auf Seiten wie:
- Gold.de
- LBMA (London Bullion Market Association)
- Finanznachrichten-Portale
Beispielrechnung:
Ihr Schmuckstück: 10g, 585er Gold, Goldpreis bei 60€/g
Rechnung: 10g × 0,585 (Reinheit) × 60€ = 351€ (theoretischer Materialwert)

2. Schritt: Verkaufsoptionen vergleichen – Wo verkaufe ich am besten?
Option A: Der Juwelier vor Ort
- Vorteile: Persönliche Beratung, sofortige Bezahlung, vertrauenswürdig
- Nachteile: Oft niedrigere Preise (hohe Marge), eingeschränkte Expertise bei speziellen Stücken
- Tipp: Mehrere Angebote einholen – Preise können stark variieren!
Option B: Online-Goldankäufer
- Vorteile: Meist höhere Preise (geringere Betriebskosten), bequem von zu Hause
- Nachteile: Versandrisiko, längere Bearbeitungszeit
- Top-Anbieter 2025: Gold.de, ESG Edelmetall-Service, CashforGold.de
- Sicherheitstipp: Nur an zertifizierte Händler mit Geldtransporter-Versand senden
Option C: Banken und Scheideanstalten
- Vorteile: Höchste Seriosität, professionelle Begutachtung
- Nachteile: Oft Mindestmengen, nur Barren und Münzen
- Empfehlung: Degussa, Pro Aurum, Heraeus
Option D: Auktionen (für besondere Stücke)
- Vorteile: Sehr gute Preise bei Sammlerstücken, antiken Münzen
- Nachteile: Hohe Provisionen, unsichere Verkaufserlöse
- Für: Historische Münzen, signierte Schmuckstücke, limitierte Editionen

3. Schritt: Die Transaktion sicher gestalten
Dokumente, die Sie benötigen:
- Ausweis (Personalausweis oder Reisepass)
- Meldebescheinigung (bei hohen Beträgen)
- Herkunftsnachweis (Rechnung oder Erbschein – optional, aber empfehlenswert)
Steuerliche Aspekte:
- Privatverkauf: In der Regel steuerfrei, wenn Sie das Gold länger als 12 Monate besessen haben (§23 EStG)
- Gewerblicher Verkauf: Einkommensteuer fällig
- Mehrwertsteuer: Keine auf Anlagegold (Barren ab 1g, Münzen ab 900/1000)